Korrektur

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Im weiten Sinne jede Änderung einer Stelle bzw. eines Elementes in einem Text. Daraus abgeleitet sind die gängigen temporalen Differenzierungen Sofortkorrektur und Spätkorrektur. Im engeren Sinne meint Korrektur nur die Änderung zur Behebung eines Verstoßes gegen Vorgaben des Sprach- bzw. Schriftsystems.

Forschungsbericht

Dem Begriff ist das Problem inhärent, dass die Grundbedeutung von Korrektur Verbesserung, Berichtigung ist und damit dem Begriff Korrektur als Oberbegriff von genetischen Prozessen ein Optimierungsgedanke und teleologisches Geneseverständnis inhärent ist. Zu diesem weiteren Verständnis gehört auch die Definition von Korrekturen als „Änderungen der Grundschicht in Form von Streichungen, Ergänzungen, Umstellungen und deren Kombination sowie entsprechende Änderungen von Korrekturen“(1).

Im engeren Sinne umfasst Korrektur daher nach Seiffert(2), allein die Richtigstellung eines verderbten, korrupten Textstücks, während der Gegenbegriff Variante jede Weiterentwicklung des Textes meint. Daran anschließend hat Hurlebusch(3) Korrekturen als „obligatorische Änderungen“ bezeichnet, „da sie aus der Anerkennung von Regeln des Sprach- und Schriftgebrauchs als Normen […] resultieren“, wohingegen der Gegenbegriff Variationen „fakultative Änderungen“ meint, „da sie allein auf die sprachliche Gestaltungskunst sowie auf die Urteils- und Willensbildung des Autors zurückgeführt werden können.“ Der Oberbegriff für beide Phänomene ist bei Hurlebusch Änderung.

siehe auch

Literatur

  • Hurlebusch, Klaus, [Abschnitt:] Typologische Änderungsbefunde und ihre Termini, in: Friedrich Gottlieb Klopstock, Werke und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe. Begründet von Adolf Beck, Karl Ludwig Schneider und Hermann Tiemann, hg. von Horst Gronemeyer, Elisabeth Höpker-Herberg, Klaus Hurlebusch und Rose-Maria Hurlebusch, Abteilung Addenda, Band 2: Klopstocks Arbeitstagebuch, hg. von Klaus Hurlebusch, Berlin, New York 1977, S. 196–203.
  • Nutt-Kofoth, Rüdiger, Variante, Lesart, Korrektur oder Änderung? Zum Problem der Synonyme in der neugermanistischen Editionsphilologie, in: Editorische Begrifflichkeit. Überlegungen und Materialien zu einem „Wörterbuch der Editionsphilologie“, hg. von Gunter Martens, Berlin, Boston 2013 (Beihefte zu editio. 36), S. 113–124.
  • Scheibe, Siegfried, Editorische Grundmodelle, in: Zu Werk und Text. Beiträge zur Textologie, hg. von Siegfried Scheibe und Christel Laufer (Redaktion), Berlin 1991, S. 23–48.
  • Seiffert, Hans Werner, Untersuchungen zur Methode der Herausgabe deutscher Texte. 2. Auflage Berlin 1969 (Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Sprache und Literatur, 28), 1. Auflage, 1963.


Referenzen

(1) Scheibe 1991, S. 26.
(2) 1969, S. 43f.
(3) 1977, S. 196f.


nhr