Revisionspunkt

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Form von Revisionszeichen: Um Stellen mit Revisionsbedarf für eine spätere systematische Nachbearbeitung zu kennzeichnen, benützten Schreiber bereits in der Antike Buchstaben-Siglen wie z. B. ‚r‘ für lat. require!(1). Obwohl nach erfolgter Revisionshandlung obsolet geworden, sind diese Marker oft nicht wieder beseitigt worden.

Die professionelle Augsburger Schreiberin Clara Hätzlerin (15. Jh.) verwendete Revisionspunkte, um revisionsbedürftige Textstellen möglichst unauffällig am Seitenrand zu markieren; diese Revisionen führte sie offenbar eigenhändig nachträglich aus (Spätrevision, Auto-Revision).


Beispiel

Beispiel: Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 830 (Beizbüchlein-Abschrift der Clara Hätzlerin), fol. 8v: Auf dieser Seite setzte die Schreiberin am linken Seitenrand an drei Stellen Revisionspunkte, um später (ggf. nach sachkritischen Erkundigungen) minimalinvasive Texteingriffe vorzunehmen.

Karlsruhe LB Cod Don 830 8v reduziert.jpg

Referenzen

(1) Denis Muzerelle: Vocabulaire codicologique [1] s.v. ‚Signes de révision‘; dort sind verschiedene Erscheinungsformen aus der antiken Paläographie beschrieben

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