Revisionszeichen

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Revisionshandlungen (Tilgungen, Einfügungen und Umstellungen) bedienen sich verschiedener schreibtechnischer Hilfsmittel, um die durch die Textänderungen gestörte Linearität des Textes zu vereindeutigen. Diese Hilfszeichen (Buchstaben, graphische Zeichen) sind häufig aus der Antike übernommen und trotz der varianten Formen in gewisser Weise konventionalisiert.

Zu den Revisionszeichen zählen z. B. Tilgungspunkte (Expungierung), Einweisungszeichen, Revisionspunkte oder Umstellungszeichen.

Hinsichtlich ihrer Funktion vergleichbar mit den historischen Revisionszeichen sind die im Druckerwesen der Neuzeit standardisierten Korrekturzeichen(1): Sie dienen dazu, im fehlerhaften Manuskript bzw. Typoskript per Hand Korrekturanweisungen zu erteilen, wobei die solcherart korrigierte Druckvorlage nur einen Zwischenschritt vor dem finalen Druck darstellt. Im Gegensatz dazu erfolgten in handschriftlichen Überlieferungen des Mittelalters die Revisionen auch noch an finaler Stelle und hinterließen dort materialisierte Spuren.


Literatur

  • Muzerelle, Denis, Vocabulaire codicologique [1] s. v. ‚Signes de révision‘; dort ist eine Reihe von Erscheinungsformen aus der antiken Paläografie beschrieben und durch Bildbeispiele illustriert.

Referenzen

(1) Vgl. die Korrekturzeichen nach DIN 16511: https://www2.informatik.hu-berlin.de/sv/lehre/korrekturzeichen.pdf

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